Pilotprojekt zur haushaltsnahen Sammlung ausgedienter Energiesparlampen in Karlsruhe: Lightcycle und CCSP ziehen Bilanz
Auch wenn Verbraucher ihre ausgedienten Energiesparlampen direkt vor der Haustür in eigens dafür bereitgestellten Spezialbehältern entsorgen können, erhöht das nicht automatisch die Rücklaufquoten. Das mussten Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH - das Rücknahmesystem der Lampenhersteller - und das Abfallmanagementunternehmen CCSP erkennen. Ein Jahr lang hatten sie die haushaltsnahe Altlampensammlung in Karlsruher Großwohnanlagen erprobt, für ihr ambitioniertes Pilotprojekt Unterstützung von Umweltbürgermeister Klaus Stapf erhalten und jetzt Bilanz gezogen.
„Bestätigt hat sich, dass allein die Nähe zur Sammelstelle nicht zur Lampenrückgabe motiviert“, erklärt Projektleiter Thomas Mayerhöffer von Lightcycle. „Intensive und kontinuierliche Aufklärung über die Entsorgungsnotwendigkeit und stetige Appelle an das grüne Gewissen der Verbraucher sind für den Sammelerfolg ebenso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger als kurze Wege. Wer falsch entsorgt, tut das meist aus Unwissenheit. Denn aufgeklärte Verbraucher sind viel eher bereit, den entscheidenden Schritt zur Sammelstelle zu gehen, auch wenn die nicht immer direkt vor der Haustür liegt“.
Bei Lightcycle dienen die wertvollen Erfahrungen aus diesem Projekt der stetigen Optimierung der Logistikprozesse und der Rücknahmeangebote. Immer wieder engagiert sich das Unternehmen bei der Erprobung neuer Sammelmöglichkeiten, um den für den Verbraucher günstigsten Weg zu finden. So sind z.B. bundesweit zunehmend serviceorientierte Fachhändler mit im Boot.
Knapp 5.000 Energiesparlampen wurden in den rund 20.000 Wohneinheiten von Juni 2009 bis Juni 2010 gesammelt, das sind pro Haushalt im Mittel gerade mal 0,25 Lampen pro Jahr. Trotz der langen Lebensdauer einer Energiesparlampe von durchschnittlich 10.000 Stunden und der Tatsache, dass sie noch nicht in allen Wohnungen eingesetzt wird, ein Ergebnis, das am unteren Ende der Erwartungen gelegen hat.
„Der Erfolg eines solchen Projekts ist wesentlich davon abhängig, wie intensiv die Hausverwaltungen die Einrichtung der Infrastruktur - von der Behälteraufstellung über den Transport bis zur Lagerung - mittragen und wie sehr engagierte Hausmeister vor Ort mit ihrer Überzeugungsarbeit am Ball bleiben. Mit kontinuierlichen Hinweisen und Appellen an die Bewohner, Aushängen und Informationen über die Rückgabemöglichkeiten unterstützten sie die
Aufklärungsarbeit von Lightcycle und die gemeinsame Aktion“, so das Resümee von Helmut Meinig, verantwortlicher Projektleiter bei CCSP. Vor allem am Inhalt der Sammeltonnen sei die Wirksamkeit dieser Maßnahmen sichtbar geworden. Mit abnehmender Intensität der Informationsarbeit ging auch die Zahl der Lampen zurück.
Für Lightycle ist bereits zu Beginn seiner Tätigkeit mit Inkrafttreten des Elektroschrottgesetzes (ElektroG) im Jahr 2006 klar gewesen, dass sich die Zahl ordnungsgemäß zurückgegebener Altlampen nur steigern lässt, wenn nachhaltige Marketingmaßnahmen an zwei Hebeln ansetzen: Dem kontinuierlichen Ausbau eines flächendeckenden Sammelnetzes, um den Bürgern bei der Rückgabe entgegen zu kommen, und einer breit angelegten Aufklärungsoffensive, die das Bewusstsein über die Notwendigkeit der umweltgerechten Entsorgung schärft. Dass Energiesparlampen wegen ihrer geringen Quecksilbermengen (rund 2 mg) und der Wiederverwertung ihrer wertvollen Bestandteile einer gesonderten Entsorgung zuzuführen sind und damit auf kommunalen Wertstoffhöfen oder speziellen Sammelstellen zurückgegeben werden müssen, hat sich noch nicht ausreichend herumgesprochen.
Deshalb investiert das Unternehmen in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, bundesweite Medienkampagnen, regionale Schwerpunkt-Aktionen, in Jugendkommunikation und in die Erprobung effizienter Rückgabemöglichkeiten, die den Verbrauchern die Entsorgung erleichtern. Zum Beispiel in das Karlsruher Pilotprojekt, mit dem Lightcycle in Zusammenarbeit mit seinem Partner CCSP die Sammelstelle zum Bürger brachte - so nah wie bisher nie.